Pommes Burka und Frikandeln – Teil 1

Mir war schon vorher unwohl bei dem Gedanken in den Niederlanden Urlaub zu machen, jeder Fußball-Fan versteht warum.
Habe mich aber von meinen Töchtern überreden lassen und so machten wir uns um 8 Uhr morgens auf. Mit euphorischer Laune und voller Vorfreude auf die Reise und den Urlaub fuhren wir im vollgeladenen Auto auf die Autobahn. Nach einiger Zeit:
„Oh Bapa, schau mal, Kühe !“ sagte meine jüngste Tochter begeistert.
„Ja ? Schön, Kühe !“ antwortete ich ihr froh gelaunt.

Das Radio lief und wir sangen fröhlich die Lieder mit, machten Späße und lachten viel. Die Vorfreude hatte uns fest im Griff. 30 Minuten später: „Bapa, Bapa, guck mal, Kühe !“
Lächelnd bestätigte ich: „Ja Joyce, Kühe !“
Meine ältere Tochter: “ Schaut mal da gibt es einen McDonalds Laden.“
„Hast du Hunger Alina, sollen wir am nächsten Rastplatz halten ?“ fragte ich sie.
„Nein, aber so langsam wird mir langweilig und wenn Joyce Kühe zählt, zähle ich jetzt die McDonalds Buden.“ Hörte ich da etwa einen leisen nervigen Unterton bei meiner Tochter ?

Alina und Joyce fingen an ihre Bücher herauszukramen und begannen zu lesen.
„Kannst du mal bitte das Radio ausmachen ? Ich kann mich nicht konzentrieren.“
„Ja, kein Problem Alina.“
Also schaltete ich das Radio aus.
Nach 20 Minuten: „Boah ist das heiß hier im Auto.“ Stöhnte Joyce.
„So heiß ist es doch gar nicht.“ Antwortete ich.
„Doch, sehr heiß !“ Warf Alina unwirsch ein.
Ich stellte die Klimaanlage stärker ein und fast im selben Moment…..Stillstand, Stau !
Alina:“ Das kann doch nicht wahr sein, eine Stunde auf der Autobahn und schon Stau, typisch Papa.“
Als könnte ich etwas dafür.

Nach 15 Minuten sahen wir den Grund. Ein Auffahrunfall, Gott sei Dank ohne Verletzte.
So langsam rinn mir auch der Schweiß von der Stirn und mir dämmerte das es eventuell ein Fehler war die Kühltasche mit den Getränken in den Kofferraum zu packen.
Just in diesem Moment:“Bapa ? Ich habe Durst.“
„Okay Joyce, kein Problem, wir halten bei der nächsten Gelegenheit.
„Ich habe auch Durst, großen Durst.“
Ja Alina, ich halte sobald es möglich ist.“
Minuten vergingen, Minuten die mir wie eine Ewigkeit vorkamen.
Die Minen meiner Töchter verfinsterten sich zusehends und Kommentare wie „boah“, „puuuh“, „ist das Heiß“, „wann halten wir an ?“
Lassen die eigenen Transpirationswerte enorm ansteigen.

„Stickig hier im Auto, findet ihr nicht ?“ Mein im Rückspiegel fragender Blick wurde mit mürrischer Ignoranz beantwortet.
Die Stimmung kippte dann endgültig als Joyce schon wieder eine Kuhherde erblickte.
„Bapa, Kühe !“
„Ja“, erwiderte ich. Mein gequältes Lächeln bemerkte sie nicht.
Und dann !
Alina: “ Ja Joyce, KÜHE ! Wir wissen es, KÜHE, ich weiß wie Kühe aussehen !!“ Schrie sie ihre kleine Schwester an.

Und das war der Start zu einem der übelsten Streits die ich je zwischen den Beiden erleben musste. Ich habe nicht mitgezählt wie oft das Wort Kuh als Beleidigung fiel und welche beleidigenden Kombinationen und Wortspiele mit dem Wort Kuh kreiert wurden, aber es reichte aus das sich die Zwei ein 25 Minuten langes Wortgefecht lieferten.

Endlich ein Rastplatz !
Eilig stürzte ich mich auf den Kofferraum und nahm die kühlen Getränke heraus.
Apfelschorle für Joyce, die sich zu mir setzte und Fanta Zero für Alina, die einige Meter entfernt an einem anderen Tisch saß.

Nachdem wir uns abgekühlt und gestärkt hatten, bat ich beide zu mir und wir redeten und redeten und redeten. Als der Frieden beschlossen war setzten wir unsere Fahrt fort.
„Über 30 Minuten Zeit verloren, wegen dem Rumgezicke“, dachte ich mir.
Da das Gezetere von vorhin den Navi übertönte, verließ ich mich auf meine Augen, meinen Orientierungsinn und meinen männlichen Instinkt. Ein Fehler !

Verfahren, Umweg, wieder grantige Töchter und zwei weitere Kuhherden ließen meinen Blutdruck merklich ansteigen. „Naja was soll es ? Schlimmer gehts nimmer“ schoss es mir durch den Kopf.
Mit Anekdoten aus meiner Jugend hielt ich meine Töchter bei Laune, die Stimmung war albern lustig und mittlerweile zählten alle lachend Kuhherden, Pferde, Schafe und McDonalds Fresstempel.

„Ihr wart ja schon einmal mit eurer Mutter hier, bin gespannt wie der Ort ausschaut“ Bemerkte ich.
„Was erwartest du denn ?“ Fragte Alina zurück.
„Einen schönen Urlaubsort halt“. Strahlte ich.
Stirnrunzelnd schauten sich die beiden Mädchen an. „Erwartet mich etwa ein Ort wie in dem Loriot-Sketch ?“
Alina wusste was ich meine und sie antwortete:“ Naja, nicht ganz so schlimm.“
Mein verdutzter Blick amüsierte beide auffällig.
Was mich wohl erwarten würde ?

Nach 24 Kuh, 5 Schaf, 6 Pferde-Herden und 9 gezählten McDonalds Läden, waren wir auf der Autobahn nur noch von Autos mit gelben Nummernschildern umgeben.
Nach einiger Zeit bemerkte Joyce das links vor uns ein Wagen mit Gelsenkirchener Kennzeichen fuhr und rechts hinter uns einer aus Recklinghausen. „Wir sind nicht die Einzigen Deutschen hier“, frohlockte ich.
Als alle drei Wagen ungefähr auf gleicher Höhe waren bemerkte Alina:“Deutsche ? Links sind Araber und rechts Türken.“
Grimmig nahm ich es zur Kenntnis, ohne zu ahnen welche Erfahrungen wir mit Leuten aus diesem Kulturkreis in Holland noch zu erwarten hatten.

Endlich erreichten wir die Stadt in die wir wollten und ich bin negativ überrascht wie viele Betonbauten ich sah. Überall Wohnsilos mit „südländischen Ambiente“ und mir schwante übles.
„Hatte eure Mutter nicht gesagt das es erst gegen 14 Uhr voll wird ?“ Fragte ich.
Alina:“Schau mal auf die Uhr, wir sind spät dran.“
Worauf Joyce bemerkte:“ Ja und es ist Bapas Schuld.“
Kein Parkplatz weit und breit, wir fahren herum und siehe da !
„Unweit“ der Promenade fanden wir dann doch noch eine Parkgelegenheit, ca. 2 Kilometer entfernt.

Wir stiegen aus, packten unsere Sachen zusammen und schwer tragend schleppte ich mich bergauf Richtung Nordsee. „Wie absurd, bin in Holland und muss mich bergauf zur Nordsee schleppen“, raunte ich vor mich hin. Die Kinder liefen ungefähr 100 Meter vor mir her und ich, schwitzend, keuchend und darauf bedacht der Ohnmacht zu entkommen, schnaufte hinterher.

Plötzlich hörte ich hinter mir eine Gruppe Araber, 2 Frauen, 3 Männer und 7 Kinder, wild auf arabisch streiten. Auch sie waren auf dem Weg zum Strand und ich nahm mir vor darauf zu achten das wir uns ganz ganz weit weg von denen am Meer niederlassen.
Da war mir noch nicht bewusst das man ihnen nicht mehr entkommen, aus dem Weg gehen kann…….auch nicht in den Niederlanden…….Fortsetzung folgt.

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